Michael Ende Intermedial

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Das Lehr- und Forschungsprojekt war nicht nur den Filmadaptionen von Werken Michael Endes gewidmet, sondern auch den zahlreichen Marionettentheater- und Computerspieladaptionen sowie für die Bühne geschriebenen Stücken wie Das Traumfresserchen. Im Rahmen der Lehrveranstaltung erarbeiteten die Studierenden wieder eigene Forschungsbeiträge, die sie auf der Tagung im Düsseldorfer Filmmuseum vortrugen. Die Vorträge beschäftigten sich aus intermedialer Perspektive u. a. mit der Kommerzialisierung und politischen Intention von Endes Werk, mit der Zeit- oder Schildkrötenmotivik, aber auch mit Endes Beziehung zur Romantik und Künstlern wie Novalis.
Die Tagung wurde zu einem besonderen Ereignis, zu einem Treffen zwischen Michael-Ende-Forschern sowie Freunden und Kollegen des Autors von Momo. So konnten wir mit Wilfried Hiller sowie Endes Lektor und Adoptivsohn Roman Hocke zwei Gäste begrüßen, die eine enge Beziehung mit Michael Ende verband. Anton Bachleitner, der Leiter des auf Adaptionen von Endes Werken spezialisierten Düsseldorfer Marionettentheaters, hat ebenfalls jahrelang mit Ende zusammengearbeitet und konnte aus praktischer Sicht ein Schlaglicht auf den Adaptionsprozess von Endes Werken werfen. Dies gelang auch dem Theaterregisseur Georg Büttel, der u. a. Die unendliche Geschichte für die Theaterbühne umgesetzt hat. Auch die wissenschaftlichen Tagungsbeiträge beschäftigten sich aus verschiedensten Perspektiven mit Endes Werk: Prof. Dr. Winfred Kaminski von der Fachhochschule Köln entfaltete in seinem Eröffnungsvortrag den Horizont der Verarbeitung von Kindheit und Spiel in Michael Endes Werk, während Dr. Heidi Lexe, die Leiterin der österreichischen Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur, über die Bedeutungskonstruktion des Mediums Buch im Werk Michael Endes sprach.
Die Ergebnisse des Projekts wurden im zweiten Sammelband der Reihe Kinder- und Jugendliteratur Intermedial veröffentlicht. Der Band, von Annika und Dr. Tobias Kurwinkel sowie Dr. Philipp Schmerheim herausgegeben, erschien 2016 im Würzburger Verlag Königshausen & Neumann mit dem Titel Michael Ende Intermedial. Von Lokomotivführern, Glücksdrachen und dem (phantastischen) Spiel mit Mediengrenzen.

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